März 2020

 

Die Welt braucht eine Pause, wir vielleicht auch? Diese Frage beschäftigt mich nun seit Tagen in dieser #Corona-Krise

Warum passiert das alles? Warum erleben wir das alles?

Warum sind Wissenschaft und Technologie, künstliche Intelligenz und Fortschritt so gut wie machtlos gegen diese #Epidemie?

Denkt ihr auch über diese Fragen nach oder wollt ihr einfach nur, dass alles ist wie vorher?

Wäre verständlich, denn die ganze Weltbevölkerung hat gerade Angst, macht sich Sorgen um ihren Fortbestand, macht sich Sorgen um ihre Wirtschaft und findet keine Antworten…

Das macht einem, in einer digitalisierten Zeit, wo die Antworten in Sekundenschnelle von Onkel Google auf einem Silbertablett serviert werden, Angst und man wird förmlich aus seiner Komfortzone “getreten”. Lösungen und Antworten brauchen Zeit, in dieser Zeit wird von uns nur erwartet, uns menschlich, solidarisch, klug und sozial zu zeigen und zu Hause zu bleiben. Jeder TV-Sender hat neben seinem Logo den Hashtag #wirbleibenzuhause eingebaut, damit die Welt vor dem Fernseher versteht, dass wir es nur mit menschlichem Verstand schaffen, diese Phase weitestgehend unbeschadet zu überstehen.

Für viele Menschen tatsächlich schwere Kost, denn einfach zu Hause zu bleiben scheint für viele sehr schwer zu sein, denn sie fühlen sich in ihrer Freiheit eingeschränkt, was sie lokal gesehen sind, aber die „innerliche Freiheit“, beispielsweise in einem Land zu leben, dass auf uns aufpasst, indem es uns – nur vorübergehend – Empfehlungen und Regeln ausspricht, wird dabei nicht von allen so befreiend wahrgenommen. Die innerliche Freiheit, sich den wirklich wichtigen Fragen widmen zu können, weil keine äußeren Umstände mehr dazu führen, sich und die wahre Substanz im Leben außer Acht zu lassen – sie ist es, die wir sehen sollten. Und genau deshalb sollten wir jetzt nachdenken, was das alles mit uns machen wird und vielleicht soll?!

Wir müssen nicht kämpfen, werden nicht mit Leibes- und Manneskraft gefordert, unser Land zu verteidigen, wir müssen nicht Krieg führen, um zu essen, morden, um zu überleben, wir müssen lediglich zu Hause bleiben und dürfen uns selbst und dem Leben stellen.

So mancher stellt nun ganz ohne Hilfe von außen fest, dass er es in seinen eigenen vier Wänden kaum aushält, weil sie einfach nicht die richtigen oder sie nicht “heimisch” genug sind oder man ist einfach endlich einmal wieder dankbar dafür, so zu wohnen, wie man wohnt! Wertschätzung at it’s best! Manch einer merkt, dass Partnerschaften vielleicht überdacht werden sollten oder wie sehr man sich doch glücklich schätzen kann, jemanden an der Seite zu haben, mit dem man über Tage hinweg 24/7 zusammen sein kann. Alles wird gerade gerückt, Perspektivenwechsel werden eingefordert.

Wir alle entdecken endlich das wieder, was mir so am Herzen liegt, nämlich, dass wir wieder echte Kommunikation brauchen, eine Stimme, die uns wärmt und umarmt, ein echtes Gespräch, das uns tief in der Seele gut tut und uns beruhigt.

Sei es dabei die Rede an die Nation von Angela Merkel, die weltweit für ihre Sachlichkeit und beruhigende Wirkung gelobt wurde oder das Gespräch mit dem Nachbarn über dem Gartenzaun, das einem einfach suggeriert:

Ich bin nicht allein!

Ein Anruf bei seiner Oma im Altenheim oder ein „Ich wollte nur einmal hören, wie es dir geht“-Anruf bei Personen, die alleine sind, kann so viel bewirken, dass Whatsapp und Instagram in diesen Tagen um ihre Wichtigkeit fürchten müssen.

Wir lernen, dass die Digitalisierung wichtig ist, um in Kontakt zu bleiben, dass wir sie brauchen, um unsere Dienstleistungen und die wirtschaftliche Zweige weiter überleben zu lassen, aber wir lernen eben auch, dass ein gutes Buch, eine gut recherchierte Nachrichtensendung von ausgebildeten Journalisten im Fernsehen dem Trash und der Oberflächlichkeit des alten Lebens vor Covid19 weichen muss.

Menschen, die eine Stimme haben, die etwas zu sagen haben, was unserer Gesellschaft zuträglich ist, Menschen, die uns in der Not Trost spenden, Informationen liefern, handeln statt zu labern, sind hoch im Kurs.

Die Welt braucht außerdem diese Pause, denn wenn wir das große Ganze sehen, ist es so, dass sie einen wichtigen Teil verloren hat: Ihre Lunge! Durch Menschenhand und was schickt sie uns? Eine Lungenkrankheit… Ist schon verrückt, wenn man so darüber nachdenkt oder es tatsächlich, so wie ich gerade, eintippt.

Sie muss durchatmen, sie reguliert sich, so grausam wie das klingen mag in Bezug auf so viele Todesopfer. Sie verschafft sich eine Pause, um nicht zu ersticken und hat die sie belastende Produktion von CO2 einfach durch eine Zwangspause für die Menschheit runtergeschrumpft.

Wenn die Erde eine Pause braucht, dann machen wir doch einfach auch eine und nutzen die Zeit, um unsere Lebensfragen zu beantworten. Warum bin ich hier? Was ist wirklich wichtig im Leben? Was nehme ich am Ende des Tages mit? Was nehme ich mit, wenn ich mal gehe?

Es wird nicht die Arbeit sein, sondern die zwischenmenschlichen Beziehungen, die ich erleben durfte. Es wird nicht der Porsche sein, der nun nutzlos in der Garage steht, sondern die Gespräche mit wichtigen Menschen, es sind die „Aha-Momente“, die zu „Museumsmomenten“ werden, es ist ein einziges Wort oder ein einziger Satz, der ein Leben verändern kann, es ist ein Waldspaziergang oder ein blauer Himmel, der gerade so großartig ist.

Die Welt wird sich verändern nach Corona.

Die Politik, die Wertschätzung für Pflegeberufe und der Verkäufer und Verkäuferinnen im Supermarkt, die Werte einer Gesellschaft, die Selbstverständlichkeit des alltäglichen Lebens, die Sichtweise auf die Umwelt, die Sichtweisen in Bezug auf die Digitalisierung. Der Wert der Stimme und des persönlichen Wortes wird sich verändern und der Wert von … #Klopapier !

Wenn wir an Weihnachten unser Jahr Revue passieren lassen, unsere Wirtschaft sich erholt hat, diese Krankheit hoffentlich geheilt oder zumindest unter Kontrolle ist, wie werden wir darauf zurückblicken? Die Welt wird uns spüren lassen, ob wir unsere Lektionen gelernt haben! Ich bin gespannt und bin mir sicher, dass wir gestärkt daraus hervorgehen werden, so wie bei allen großen Ereignissen in der Geschichte.

Atme ein und atme aus!
Den neuen Tag hält nichts und niemand auf.
Atme ein, atme aus!
Die Sonne geht am Morgen wieder auf!
Mehr können wir nicht tun!

Wir lesen oder sehen uns!

#bleibtgesund

Euer Gerrit